Die Volksschule Vaterstetten von  1906 - 1951

Zu der Zeit als man noch auf Schiefertafeln schrieb, mussten die Vaterstettener Kinder Kilometer weit in die Schule gehen. Die Wege waren lang und sehr mühsam. Die Kinder aus Weißenfeld, Parsdorf,  Hergolding und Baldham waren lange Strecken zu Fuß unterwegs, bevor sie in ihrer Schule in der Dorfstraße 34 angelangt waren. 


Das erste Schulhaus in Vaterstetten  in der Dorfstraße 34 hatte nur eine Klasse, in die alle Kinder von 6 bis 14 Jahren, also von der 1. bis zur 8.Klasse gingen.

Lesen, Schreiben, Rechnen, Heimatkunde und Handarbeit-das waren die wichtigsten Schulfächer.

Das Schreiben mit der Feder war mühselig, vor allem musste der Schüler sehr genau arbeiten, damit es keine „Tintenbatzer“ gab. Um Kleckser zu vermeiden, hatte man Federwischer, mit denen man die Feder säuberte. Die Federwischer waren aus Leder und hingen am Schulranzen außen dran.

Schulanfänger schrieben zunächst auf der kleinen Tafel. Dazu hatten sie den harten und den weichen Griffel .  Auf Papier schrieb der Schüler viel später, es gab nur wenig Papier in der Schule.

In Vaterstetten gab es immer mehr Kinder, die Schule in der Dorfstraße wurde zu klein und man musste sogar in Schichten zur Schule gehen. Die Hälfte der Kinder kam morgens bis 12 Uhr, der Rest hatte von Mittag bis Abend Schule.


An der Tafel schrieb nur der Lehrer. Vor den Tafelgestellen standen hölzerne Antritte für die kleinen Schüler, denn es wurden ja 7 Jahrgänge in einer Klasse unterrichtet. In der Schule an der Dorfstraße war an die Bildung von Jahrgangsklassen überhaupt nicht zu denken.

Von dem erhöhten Holzsockel, dem Podest aus konnte der Lehrer alle Kinder bestens sehen. Vielen Lausbuben gefiel das gar nicht, denn Schwätzen war so gut wie gar nicht möglich!

Im Vaterstettener Schulhaus in der Dorfstraße wurde es enger. Im Jahr 1951 beschlossen die Gemeinderäte nach einer langen Sitzung ein neues Schulhaus zu bauen. Geld war zwar fast keines da.


Was vielleicht nicht alle wissen- damals hieß die Gemeinde nicht Vaterstetten.


Der Name der Gemeinde war Parsdorf und das Gebiet, in dem die Schule stehen sollte, war der Ortsteil Vaterstetten. Die neue Schule sollte in der Wendelsteinstraße gebaut werden.

Die Schule war ein Pavillonbau, das heißt ein Haus ohne 1.Stock. Sie  stand an der Stelle, wo sich heute Werkraum und das Sekretariat im 1.Stock befinden, also im westlich gelegenen  Gebäudeteil.


Die neue Schule wurde am

9. Dezember 1951 feierlich eingeweiht

Die Baukosten für die Schule betrugen 120 000 DM. Die Gemeinde hatte beim „Bayerischen Rundfunk“ bei einem Wettbewerb für den Schulhausbau Geld gewonnen.  3000 DM –welch ein Glück war das!

Im Haus waren zwei Klassenzimmer, ein Lehrerzimmer und kleine Nebenräume, außerdem gab es im Keller einen Werkraum.

Der erste Rektor der Schule war Herr Alfons Wagner.