Neues Führungsmanagement in den Schulen

(Pressemitteilung Nr. 19 München, 2. Februar 2007)

Stiftung Bildungspakt Bayern und Bayerisches Kultusministerium entwickeln und erproben mit „MODUS Führung“ innovative Konzepte.
Mit MODUS21 haben die Schulen mehr Eigenverantwortung erhalten. Damit wächst die Komplexität der Aufgabe – von der Verwaltung über die Personalführung bis hin zu Entscheidungen in pädagogischen Fragen. Der neue Modellversuch der Stiftung Bildungspakt Bayern und des Bayerischen Kultusministeriums „MODUS Führung“ (MODUS F) ist die konsequente Fortsetzung des mit MODUS21 begonnenen Prozesses. 53 Schulleiterinnen und Schulleiter aus allen Regionen entwickeln neue Führungsmodelle für die allgemein bildenden Schulen. Dabei geht es um Fragen wie praktikable Führungsspannen, Erkennen und Fördern von
Führungsnachwuchs oder um Teamentwicklung. „Die Rolle des Schulleiters ist für die Qualität einer Schule von großer Bedeutung. Im Rahmen von MODUS F wollen wir die Führungskompetenz unserer Schulleiter weiter entwickeln und sie in ihrer Aufgabe der Qualitätsentwicklung ihrer Schule unterstützen. Ich freue mich über die große Bereitschaft der Schulleiter, ihre Erfahrung und Kompetenz in diesen Prozess einzubringen und diese noch weiter auszubauen“, betonte Kultusminister Siegfried Schneider bei der Pressekonferenz in München.
Ein Beispiel, um dies zu verdeutlichen: Die Direktorin eines großen Gymnasiums muss bis zu 90 Mitarbeitergespräche pro Jahr führen.

Mitarbeitergespräche sind ein zentrales und hoch effizientes Führungsinstrument. Sie verpuffen jedoch, wenn die Führungsperson sich dem einzelnen gar nicht widmen kann. Das bedeutet, dass die Schulleiterin hier entlastet werden muss und Aufgaben beispielsweise einem Schulleitungsteam übertragen werden könnten. Wie bei allen Projekten der Stiftung Bildungspakt fließen auch hier in den Modellversuch
die Erfahrungen aus der Wirtschaft mit ein.
„Auf unseren Schulleitern lastet eine hohe Führungsverantwortung. Diese ist vergleichbar mit der Verantwortung, die Führungskräfte in der Wirtschaft tragen. In den letzten Jahren haben die Unternehmen ihre Führungskultur und -kompetenz den neuen internationalenWettbewerbsbedingungen angepasst. Daraus entstand eine der Schlüsselkompetenzen für die jetzige Wettbewerbsfähigkeit der
Unternehmen. Wir wollen, dass in die Fort- und Weiterbildung der Schulleiter diese Methoden und Erkenntnisse hineingetragen werden", hob Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hervor.

MODUS Führung besteht aus zwei zentralen Bausteinen, einer davon ist ein breit angelegtes Fortbildungsprogramm für die 53 Schulleiterinnen und Schulleiter, das sogar persönliches Coaching beinhaltet. Hier kooperiert die Stiftung Bildungspakt Bayern mit dem Bildungswerk der Bayerischen
Wirtschaft, der Lechwerke AG sowie der Deutschen Bahn AG. Im zweiten Baustein erarbeiten und erproben die Schulleiterinnen und Schulleiter jeweils für ihre Schulart Konzepte für neue Führungsstrukturen.
Die Volks- und Förderschulen wollen zum Beispiel als ersten Schritt zur Verwirklichung einer mittleren Managementebene zusätzlich zum Rektor und Konrektor den „Mitarbeiter in der Schulleitung“ installieren. Die Realschulen denken an eine mittlere Managementebene mit vier bis acht Teamleitern. Jeder Lehrer soll einem Teamleiter zugeordnet werden. Dadurch wird die Führungsspanne verringert, jeder Lehrer kann individuell und intensiv beraten und gefördert werden. Um den Führungsnachwuchszu qualifizieren, schwebt den Gymnasien ein so genannter „Direktionsassistent“ vor. Das heißt, dass potenzielle Führungskräfte ein Jahr lang im Direktorat mitarbeiten und so die Aufgabe eines Schulleiters
kennen lernen.
Wie bei MODUS21 werden die positiv bewerteten Ergebnisse in die Praxis aller bayerischen Schulen einfließen. An MODUS Führung nehmen die Leiterinnen und Leiter von zwei Förderschulen, 19 Grund- und
Hauptschulen, 14 Realschulen sowie 18 Gymnasien teil.
Claudia Piatzer